Mit dieser Methode tauschen Unternehmen Daten untereinander aus. Was hat sich durchgesetzt? (Daten-Feeds)

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Unter einem Feed kann man sich eine Liste mit Daten vorstellen. Diese sind meist für maschinelle Verarbeitung angefertigt, um zum Beispiel Produktinformationen zwischen mehreren Unternehmen abzugleichen. Doch aus welchen Gründen empfehlen wir, die Verwendung von Feeds zu meiden und welche Alternativen gibt es dann? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser Artikel.

Einordnung zum Thema (Audio 🎧)

Was sind die Anwendungszwecke

Feeds werden in vielen Fällen zur Kommunikation unter Firmen verwendet. Zu den Daten, welche untereinander ausgetauscht werden, gehören zum Beispiel Lieferkosten, Produktinformationen, Produktionskapazitäten und Ähnliches.

Stellt man sich ein Unternehmen vor, dass Produkte in Deutschland herstellt, diese über ein Partnerunternehmen in den Niederlanden exportiert, aus China die benötigten Ressourcen importiert und in Großbritannien verkauft, so ist der Bedarf des Datenaustausches zwischen Partnern zwingend notwendig bzw. unabdingbar.

In diesem Beispiel stellt die Produktionsstätte einen Feed mit allen Produkten und deren Preisen bereit. Allerdings bleibt es nicht nur bei einem, da der Vertrieb ebenfalls einen Feed mit Bestellungen zur Verfügung stellt und basierend auf dem Abgleich dieser beiden der Importeur die Rohstoffe liefern muss. Ein regelmäßiger Import der Datenquellen findet nun beispielsweise jeden Tag um 8:00 Uhr statt, allerdings ist es möglich, dass der Importeur erst um 10:00 Uhr Preisänderungen in seinem Feed darstellt und der Vertrieb noch von den alten Stand ausgeht. Die Frequenz der Datenimports bestimmt also, wann Änderungen überhaupt kommuniziert werden können.

Vor- und Nachteile

Das Nutzen von Feeds stellt auf der Seite des Erstellers kaum bis wenig technische Schwierigkeiten dar, denn im Endeffekt muss nur eine komplette Liste mit Daten veröffentlicht und diese einmal aktualisiert werden, wenn etwas angepasst wurde. Doch gerade dieser Vorteil kommt mit einem faden Beigeschmack, da der Anwender nun umso größere Probleme hat, stets auf dem neusten Stand zu sein. Im Endeffekt muss der Feed in einem gewissen Intervall aktualisiert werden, zum Beispiel alle 10 Sekunden. Wenn allerdings immer die neue Liste mit der alten verglichen werden muss und beide immer größer werden, zum Beispiel im Fall von Produktinformationen, kommt es irgendwann zu einer Verzögerung und Verlängerung des Intervalls. Die frischen Daten hängen also hinterher, da die Alten noch abgearbeitet werden müssen oder kommen einfach aufgrund der verschobenen Aktualisierung zu spät an.

Alternativen

Die am häufigst eingesetzte Alternative zu Feeds sind sogenannte ereignisbasierte Systeme. Vorstellen kann man sich diese wie Benachrichtigungen bei Änderungen. Man unterteilt in Publisher, also Dienste die Veröffentlichen, und Subscriber, alle diejenigen, die Daten empfangen. Wenn man sich das oben genannte Beispiel mit Events vorstellt, so würde der Importeur beispielsweise nach seiner Preisänderung ein Event an alle schicken, in dem die neuen Produktinformationen enthalten wären. Darauf könnte der Hersteller reagieren und ein weiteres Event an den Vertrieb senden, in welchem er die Preisänderung mitteilt und die Kosten der veränderten Ware anpasst. Anstatt also die ganze Liste neu zusenden, wird einfach nur ein einzelner Aspekt verändert und diese Veränderung wird allen anderen mitgeteilt. Die Reaktionszeit auf Änderungen wird von Stunden oder Tagen auf Millisekunden reduziert. Es ist übrigens auch möglich einen Feed von Änderungen zur Verfügung zu stellen, also eine Liste der letzten Ereignisse. Dies hat dann den Vorteil, dass verloren gegangene Ereignisse nachgeholt werden können. Im Zusammenhang mit einem Filter nach Zeit, also “Alle Ereignisse seit..”, entsteht ein robustes System zum Datenaustausch mit Partnern.

Visualisierung eines Ereignisstroms
Visualisierung eines Ereignisstroms

Fazit

Die Nutzung von Feeds ist heutzutage eher ein Hindernis in der Erstellung einer funktionierenden, optimierten und skalierbaren1 Infrastruktur. Es besteht keinerlei Zwang diese veraltete Technik zu benutzen und die Alternativen sind bereits weitläufig implementiert und überwiegen in allen Kategorien, wie Benutzbarkeit und weiteren Aspekten.